Ach hätten die gemeinschaftlichen Statistiker doch eine ebenso sportliche Einstellung wie unsere bundesdeutschen Nachbarn. Nach vier Wochen WM hängt uns das Thema Fussball zwar zu den Ohren raus, doch kommt uns die Zusammensetzung der deutschen Nationalmannschaft als Beispiel gelungener völker- und kulturübergreifender Integration an dieser Stelle sehr gelegen. In der Tat scheinen uns Namen wie Podolski, Trochowski, Khedira, Oezil, Oaga oder Boateng eher auf einen osteuropäischen bzw. südländischen Ursprung ihrer Träger hinzudeuten, und nach allem was man über bundesdeutsche Behörden so liest, spekulieren wir mal, dass alles was klingt wie ein schokoladenhaltiges Heiss-oder Kaltgetränk bei einem deutschen Einwohnermeldeamt wohl nur schwer als namenstauglich durchgegangen wäre. Doch das stört in Deutschland offenbar niemanden, im Gegenteil.
Mit der gleichen weltoffenen Einstellung haben wir in Luxemburg unsere Unternehmen mit einigen Grenzgängern verstärkt. Dass es deren gleich 145.000 sind ist insofern ohne Belang, als der europäische Gerichtshof bereits 1995 in seinem berühmten Bosman-Urteil - und damit bleiben wir beim Fussball - jede zahlenmässige Beschränkung von EU-Ausländern in einer Mannschaft verboten hat. Da sich einerseits das Urteil des EGH nicht auf Sportmannschaften beschränkt und andererseits jeder Unternehmensberater bestätigen wird, dass auch wirtschaftliche Einheiten nur erfolgreich sein können, wenn sie als Team funktionieren, ist der Rückgriff auf ausländische Fachkräfte in der luxemburgischen Wirtschaft gleich doppelt legitim.
Auf unsere Fussballnationalmannschaft hat dies allerdings leider immer noch nicht durchgeschlagen. Aber wir arbeiten dran.






